Mittwoch, 23. August 2017

Ehrliches aus dem Alltag - Alleinerziehend mit Mann



Oder wie ich es so schön sage; die Goldene Arschkarte. Mit den Worten ,,Lieber Ehemann, ich schreibe dir das aus Liebe - nicht aus Hass’’ beginnt meine Offenbarung an meinen Ehemann. Wenn du nach der Arbeit nach Hause kommst, wirst du denken es lief gar nicht mal so übel. Die Kinder werden springen, dich umarmen und sich freuen dich zu sehen. Im Gegensatz zu mir.

Während ich morgens noch voll motiviert die erste Ladung Wäsche einwerfe, wird der Rest des Tages schlagartig ein Wettlauf gegen die Zeit. Nein, ich bin abends nicht mehr in der Lage, zu rekonstruieren, was ich eigentlich den ganzen Tag so gemacht habe. Aber dann plötzlich kommt mir was: die Kinder morgens wecken, anziehen, Lieblingshirt suchen, über Sockenfarben diskutieren, essen machen, zum Kindergarten fahren, anziehen, ausziehen und umziehen, vormittags in Teilzeit arbeiten gehen, nach Hause rennen, kochen, aufräumen, Kinder abholen, anziehen und Zuhause wieder ausziehen, essen geben, bespaßen, aufräumen, verschütteten Saft aufwischen, kaputtes Spielzeug retten, Termine wahrnehmen und Papierkram wartet auch noch auf dem Tisch.

Trotzanfälle ausbaden, Streit schlichten, Aua-Pusten, Google fragen wieso Kind einen komischen Ausschlag am Hals hat, meine Freundin über WhatsApp fragen ob sie so etwas schon mal gesehen hat, Kind ablegen, aufgrund des brüllenden Kindes vergessen die Nachricht abzuschicken. Dann fällt mir auf, das Smartphone ist mein wichtigster Kontakt zur Außenwelt, manchmal sogar der einzige. 

Es ist der unendliche Strom an Geräuschen und Momenten, in denen ein Kind einfach nur Kind ist. Müde, trotzig, ungeschickt, der auf eine Mutter trifft, die eine ganz schlechte Minute hat, nämlich die fünftausendunterste. Und in dieser füntausendunersten Minute kann ich einfach nicht mehr und will nur noch schreien - und tue es dann auch.

Und plötzlich ist es 18 Uhr und ich habe noch nichts gegessen, noch was getrunken. Daher vermutlich der stechende Kopfschmerz, der das denken noch schwerfälliger macht. Das Gefühl überfordert zu sein, ist kein schönes. Der Ablauf ändert sich nicht, trotz ,,Verstärkung’’ wo pünktlich nach Hause kommt. Oft schreie ich am Ende vom Tag meinen Mann an, weil mir schlicht die Kraft für konstruktive Verhandlungen fehlt. 

Ich bin so müde! Und da war ja noch die Wäsche in der Maschine.. Die hole ich, wenn die Kinder schlafen. Und vorkochen muss ich auch noch, denn morgen wird es knapp...

23.45Uhr - im Kinderzimmer angelehnt an das Bett und das Kind murmelt noch vor sich hin und möchte bespaßt werden. Mir fallen immer wieder die Augen zu… An irgendetwas wollte ich doch noch denken, aber was war das denn bloß? Und dann gibt man trotz allem was ist, entgegen aller Logik die Hoffnung einfach nicht auf. Denn eines Tages können wir alle sagen, es war nicht einfach, aber ich habe es geschafft! Oder was meint ihr? :-)




Eure Kiki



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