Dienstag, 15. März 2016

Wir ''Kaiserschnitt'' Mütter


(Quelle Süddeutsche Zeitung&Huffington)

Jeder von uns weiß, wie wichtig es ist, die bedeutendsten Geschichten eines Familienlebens festzuhalten.  Eine Geschichte via Fotos darüber, wie unser Sohn oder unsere Tochter das Licht der Welt erblickt hat. Die Anstrengungen, die Ängste, die Schmerzen, die Freude. Aber in der Geburtenwelt sehe ich immer einen bestimmten Geburtentyp, der als ideal betrachtet wird und dem Standard entsprechen würde. Die Trophäe für den ersten Platz der Geburt eines Kindes scheint immer an die natürlichen Geburten ohne Medikamente zu gehen, wo Mama und ihr Partner aktiv sind und nicht von Ärzten oder Krankenschwestern behindert werden.
Hausgeburten, spontan Geburten, Sturzgeburten, Badewannen-Geburten, einige von Ihnen haben vielleicht über die großartige Steißgeburt mit den Füßen voran ihr Kind zur Welt gebracht. Manche wurden bereits für einen Notkaiserschnitt vorbereitet, als sie plötzlich einen Drang zum Pressen verspürten, während sie bereits auf dem OP-Tisch lagen. Aber letztlich denke ich über die unbesungenen Heldinnen der Geburten nach. Ich denke über die Geschichten nach, die nicht notwendigerweise alle Daumen nach oben und High-Fives bekommen würden, und bei Facebook geteilt werden. Zu diesen Geschichten gehöre ich.

Oft war und bin ich von meiner Umwelt genervt. Viele wollen wissen, wie ich meine Kinder auf die Welt gebracht habe. Sobald meine Antwort kommt, dass es Kaiserschnitte waren, werde ich nur noch bemitleidet oder ich muss mich rechtfertigen. Es ist wirklich so, dass viele denken ein Kaiserschnitt wäre die bequemere Variante! Aber manchmal raten die Ärzte eben zu einem Kaiserschnitt oder man hat selbst schon eine traumatisierende Spontangeburt hinter sich gebracht oder man möchte gar einen Wunschkaiserschnitt. Es ist einfach so, dass viele Kaiserschnitt-Mütter, besonders wenn sie lieber normal entbunden hätten, unter dem Kaiserschnitt leiden, sowohl psychisch als auch körperlich. Ich denke über Kaiserschnittentbindungen nach und uns tapferen Frauen, die ihr Kind mit solch einer Stärke und Schönheit zur Welt bringen. Und genau aus diesem Grund möchte ich ermutigen, einen Schritt zurück zu machen und diese Wahrheiten über uns Kaiserschnitt-Mamas zu feiern. Auf einen Kaiserschnitt vorbereitet zu werden, ist kein Sonntagsspaziergang. Oftmals wird der Partner nicht im OP geduldet, bis die Epiduralanästhesie gesetzt wurde und jeder „an seinem Platz ist". Manche können nicht mal von den Vorzügen solch einer Anästhesie gebrauch machen, sondern müssen einer Vollnarkose unterzogen werden, so wie ich.

OP Bereich bedeutet, dass die Ärzte und Krankenschwestern herumwandern, den OP-Saal für die Geburt vorbereiten (sich vielleicht noch über ihr Mittagessen oder den Film unterhalten, den sie letztes Wochenende gesehen haben), während man als schwangere auf einem kalten OP-Tisch liegt und darüber nachdenkt, was auf einen zukommt - oftmals verängstigt und oftmals mit dem Gefühl, allein zu sein. Und in diesen Momenten muss man an der starken und kämpferischen Liebe für sein Baby festhalten. Man lässt die Angst über sich kommen... und dann lässt man sie wieder von sich weichen.

Man weiß, dass dies in diesem Moment das Beste für das Kind ist, dennoch spricht man sich das immer und immer wieder selber zu. Auch wenn „das Beste" eine größere Operation mit echten Wunden und Narben bedeutet. Obwohl „das Beste" bedeutet, den Traum oder die Vision von einer ,,richtigen'' Geburt loszulassen, die man sie sich in den vergangenen neun Monaten gewünscht hat. Es gibt nicht viele Mütter, die sagen werden, ein Kaiserschnitt wäre der erste Gedanke gewesen, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchten. Ein Kaiserschnitt ist im besten Falle medizinische Notwendigkeit. Einige Kaiserschnitt-Mamas haben wochenlang Zeit, sich auf die Änderung ihrer Pläne vorzubereiten, aber viele haben nur Tage, Stunden oder Minuten. Plötzlich haben sich alle Visionen, wie man sein Kind auf dieser Welt begrüßen möchte, geändert. Der Plan für die Geburt wurde über den Haufen geworfen. Eine Operation steht bevor. Man weiß nicht, wie lange man nach der Geburt darauf warten muss, sein Baby in den Armen zu halten. Wir menschlichen Wesen tun uns schwer mit Situationen, die sich so plötzlich ändern. Und dennoch finden wir Kaiserschnitt-Mamas einen Weg, unseren Stolz hinter uns zu lassen und die Verbindung zu unserer inneren Stärke herzustellen, die es uns erlaubt, in den OP-Saal gebracht zu werden und dort unser Kind auf die Welt zu bringen.

Und dann passiert die tatsächliche Operation. Das wirkliche Aufschneiden und Nähen. Die vollständige Heilung dauert oft Monate. Und während viele von uns sich nach einer größeren Operation mit einem großen Napf Eiscreme und einem Stapel Filme zusammenrollen möchten, tun wir Kaiserschnitt-Mamas das Gegenteil. Wir hegen und lieben unsere hilfebedürftigen, wunderschönen Babys und bauen eine Bindung zu ihnen auf. Emotional und körperlich sind wir Kaiserschnitt-Mamas SO stark. Und diese Stärke ist nicht nur am Tag der Geburt nötig. Diese Stärke muss in den Wochen und Monaten und Jahren danach anhalten - wenn unser Körper und unsere Seele heilen und neue Träume in ihnen wachsen, während wir unser Kind in den Armen halten.

Mutter zu werden hinterlässt bei jedem von uns Narben. Manche sind emotionaler Natur. Einige sind körperlich. Kaiserschnitt-Mamas haben oftmals beides. Und dennoch sind unsere Narben starke Erinnerungen an die Stärke und Tapferkeit, die sie bewiesen haben, als wir unser Kind auf die Welt brachten. Diese Narben sind die Tür, durch die unser Kind gekommen ist, als es die eine Welt verlassen hat, um in eine neue aufzubrechen. Ich bin fasziniert davon, wie unterschiedlich diese Narben doch sind - die Beschaffenheit, die Länge, die Position. So einzigartig wie jede Narbe ist auch jede Geburtengeschichte eines Kaiserschnitts. Ich bin fasziniert davon, wie diese Narben sich mit der Zeit verändern - wie sie verblassen, wie sie verwachsen, wie sie ausheilen. Diese Narben sind wunderschön und sind es wert, gefeiert zu werden. Statt den Kaiserschnitt-Mamas zu vermitteln, sie müssten sich dafür schämen, sollte man sie dazu ermutigen, der Welt ihre Narben der Stärke und Tapferkeit zu zeigen!

Oder wie seht ihr das?

Eure Kiki

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Kommentare

  1. Ein wirklich wundervoller Text. Ich habe bei meiner Tochter einen Not Kaiserschnitt bekommen und hatte damit lange zu kämpfen. Ich hatte das Gefühl versagt zu haben.

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  2. Vielen lieben Dank für diesen Text, der uns Mamas sicherlich aus der Seele spricht. Auch mein kleiner Engel wurde nach einem Notkaiserschnitt geboren, welcher eigentlich nicht "nötig" gewesen wäre. Da jedoch die Kliniken mehr Geld bei Kaiserschnitten verdienen, wurde auch meiner recht bald beschlossen. Man muß dazu sagen, dass ich eine private Hebamme, die einen Vertrag mit der Klinik hat, dabei hatte und sie auf jeden Fall mit einen Kinderarzt es natürlich probiert hätte, da jedoch Frau Dr. Kaiserschnitt Dienst hatte, kam dies dann nicht in Betracht. Aber dennoch ist mein Engel gesund und munter auf die Welt gekommen. Und darüber bin ich glücklich. Ich spreche allen Müttern die ihre Kinder per Kaiserschnitt bekommen haben den größten Respekt zu, denn ich weiß was es heißt die Freude über das gewonnene Glück mit Schmerzen, Einschränkungen und manchmal auch Komplikaionen zu teilen.

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  3. Vielen Dank für diesen tollen ehrlichen Artikel! Eine 2fach Kaiserschnitt-Mama

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  4. Herzlichen dank für den wundervollen einblick in die welt des kaiserschnitts. Ich habe selbst zwei mal einen not kaiserschnitt gehabt. Und das hat mir und meinen kids das leben gerettet. Man kämpft noch lange mit der situation das alles anders läuft als man es sich vorstellt. Danke. :-f

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  5. Super Text!!! Absolut passend!!! Ich hatte 3 Kaiserschnitte!!! Bei der Geburt unserer Tochter (1 Kind) gab es Komplikationen, die Herztöne sind abgefallen, da ich eine Plazentaablösung hatte!! Die Ärzte haben sich leider zu spät für einen Kaiserschnitt entschieden, sie wollten unbedingt eine spontan Geburt!! Hätten sie sich früher für einen Kaiserschnitt entschieden, wäre unsere Tochter nicht schwerst Mehrfachbehindert gewesen und hätte höchstwahrscheinlich ihren 18. Geburtstag noch erleben dürfen!! Sie ist am 23.12.2015 gestorben!!!! Da die erste Geburt so kompliziert war, haben wir uns bei unseren Söhnen sofort für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden, sie sind 8 und 3 Jahre alt und gesund!!! Also ein Kaiserschnitt kann Leben retten!!! Es ist keine Schande ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen!!!

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  6. ich danke Dir für diesen Text. Einen Tag vor seiner Geburt entschied ich mich für einen Kaiserschnitttermin und hab meinem Kind damit das Leben gerettet. Ich spürte, dass er in Not ist und entschied mich gegen meinen eigentlichen "Geburts-Fahrplan". Trotzdem ich damit die beste Entscheidung getroffen habe, (wie sich rausstellte wäre er andernfalls tot oder ein Not'Kaiserschnitt gewesen) hab ich mich nie getraut vor anderen Mütter zu sagen ich hätte mein Kind geboren. Aber ich störe mich nicht weiter daran. Dafür ist dieser kleine Junge einfach ein zu tolles Kind. Wen interessiert es da schon wie er auf die Welt gekommen ist?

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  7. Danke für diesen heilsamen Text. Meine Gyn hat mir wegen verschiedener Indikationen einen Kaiserschnitt ans Herz gelegt und auch ich hatte auf einmal das Gefühl, mein Kind braucht diese Hilfe. In meiner Wunschklinik wurde ich leider damit abgewiesen und musste mir völlig überstürzt eine neue Klinik suchen. Dort versuchten wir es unter ärztlicher Aufsicht doch "normal", dann wurden die Herztöne schlechter und mein Kind wurde geholt. Es war der reinste Alptraum und ich hatte so viel Angst um mein akind, dass ich Wie in Trance war. Auch danach wurde es nicht wirklich besser und ich hatte Schwierigkeiten, mein Baby anzunehmen. Ich dachte, alle anderen können sich sowieso viel besser um es kümmern als ich. Ich konnte noch nicht mal stillen. Nichts lief so wie ich es mir vorgestellt hatte. Und niemand hatte mich darauf vorbereitet. Die Gründe für Kaiserschnitt und die Geschichten, die daran hängen, sind so individuell wie die Frauen, die ihr Kind auf diese Weise zur Welt bringen. Mein Mitgefühl und meinen Respekt für alle Mamas dieser Welt, die keine Wunschgeburt hatten!

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    1. Es tut gut zu hören, dass auch bei anderen nicht alles "glatt" läuft.
      Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft und deshalb mich auch schon wahnsinnig auf eine natürliche Geburt gefreut und mich nie mit einem Kaiserschnitt auseinandergesetzt. Dem Ende zu gab es dann jedoch den Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung. Jedoch gaben die Ärzte dann wieder Entwarnung. War dann zur Kontrolle und plötzlich hieß es Notkaiserschnitt mit Vollnarkose. Ich war schockiert und ebenfalls wie in Trance und wollte das alles nicht wahr haben. Hab auch Schwierigkeiten dabei gehabt zu meiner kleinen eine Bindung aufzubauen, auch weil ich mich nicht so vom Anfang an um sie kümmern konnte weil ich richtig fertig von der OP war. Kann mich auch auf die Zeit nach der OP überhaupt nicht erinnern. Konnte mein Baby dann ebenfalls nicht stillen - hatte irgendwie das Gefühl versagt zu haben.
      Ich hatte auch Tage und Wochen nach der Geburt noch richtig damit zu kämpfen, vor allem wenn man von allen Seiten hört wie unkompliziert ihre Geburt nicht war.
      Aber ich stehe dazu und erzähle es auch und bin jetzt überglücklich weil DAS unsere Geschichte ist :-)

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  8. Ich werde im Juni 3 Sectio haben. Ganz ehrlich,bei mir waren beide Sectios nicht so schlimm u. Ich hatte wirklich null Problem damit,allen zu erzählen,dass es geplante Sectios waren.Genauso wenig habe ich Probleme damit gehabt meine beiden Jungs zu stillen und zwar überall wo die Hunger bekamen. Jeweils 18.Monaten. Es hängt meiner Meinung nach wirklich von Menschen selbst, sich zu akzeptieren u. die Gegebenheiten so wie sie sind zu nehmen.Jede Frau u. jede Familie hat Recht so zu leben,wie es zu denen passtV, oder? Viel unangenehmer und nicht in Ordnung finde ich persönlich, dass die Babys u.Kleinkinder relativ bald alleine schlafen zu mussen in eigenem Zimmer, dass sie durchschlafen müssen, dass sie schon mit 6 oder 12.Monaten abgegeben werden in die Einrichtungen,wo keine individuelle Förderung gewerleistet werden kann.(Ausgenommen die wirklich akute Situationen) Da leidet die Bindung gewaltig,schlimmer als beim Notsectio.Aner den Frauen wird ja schlimmste Armut prophezeit u. Alle andere Betreuungsmöglichkeiten werden heutzutage besser Angesehen als die Mütter die ihre Kinder selbst bis zum 3. Lebensjahr betreut. Na und? So ist halt. Politik gerade...Ich selbst,Kaiserschnittmutter und Dipl. PÄD. Die im Moment "nur Hausfrau und Mutter" ist bin etwa wie eine exotin.Du hast ja Studiert u. daheim "sitzen???" Na und? Mich stört das nicht,da ich es mir leisten kann, selbstbewusst für mich u. Meine Narben für meine Entscheidungen, für meinen Weg zu stehen. Und ja die Gesundheit meiner Kinder steht selbstverständlich an oberste Stelle. Versagen? Ne. Eher dass ich mutig und unglaublich stark war u. Bin:während u. Nach den Sectios.

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  9. Danke für deine Worte. Ich stehe kurz vor dem 2. Kaiserschnitt und hatte lange damit zu tun, mich mit der Situation zurechtzufinden. Dein Text hilft mir dabei.
    Ist es nicht völlig schnuppe, ob vaginal oder durch die Bauchdecke entbunden wird? Wir sind alle 9 Monate schwanger und hoffentlich noch viel, viel länger Mütter unserer Kinder - egal wie sie auf diese Welt kommmen. Der Geburtsweg sollte da da keine Rolle spielen...

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  10. Mein 2.Kind kam per KS zur Welt. Es war ärztlicher Rat. Anfangs dachte ich auch "oooooohhh nein". Holte Rat von vier weiteren Ärzten. 4 waren für KS, 1 würde erstmal vaginal testen. Ich entschied mich als die Wehen einsetzen für den KS. Und was soll ich sagen.... ich bin glücklich über diese Wahl. Mein Sohn war groß und Sternengucker und davon abgesehen nicht im Becken. Er kam abends um viertel vor Acht zur Welt und kuschelte kurz mit mir und dann mit seinem Papa. Er schlief auf ihm, bis ich dazu kam und er die Nacht in meinen Armen verbrachte. Nicht zehn Minuten gab ich ihn ab, trotz der wahnsinnigen Schmerzen. Die Schwester kam ständig Nachts und fragte, ob ich mich nicht ausruhen möchte.
    Entgegen aller Vorurteile.... gestörte Bindung.... stillen klappt nicht....Koliken....
    Mein Sohn und ich blieben von alledem verschont.
    Ich blicke glücklich auf den Tag seiner Geburt zurück. Ich traue mich nicht, dass zu sagen in der Öffentlichkeit aber ich würde sogar wieder einen KS machen. Kein Einnässen mehr nach der Geburt etc.

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  11. Super Artikel!! Vielen Dank dafür 💜

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  12. Ich musste mein Baby auch per Kaiserschnitt, wg. Einem angeborenen Herzfehler meinerseits, auf die Welt bringen.
    Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen.
    Dafür überschütte ich mein Baby jetzt mit all meiner Kraft und Liebe...
    Gut geschrieben, spricht mir aus der Seele...

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  13. Vielen Dank für diesen tollen Text.
    Er spricht mir so aus der Seele. Mein Sohn wurde durch einen sekundären Kaiserschnitt geboren, obwohl ich 9 Monate lang auf eine Geburtshausgeburt hin gearbeitet habe und auch dort "angefangen" habe. Schlussendlich sind die Herztöne unter den stärkeren Wehen abgefallen weil mein kleiner Schatz komplett in die Nabelschnur gewickelt war.
    Natürlich weiß der Kopf, dass alles goldrichtig war und ich nur so einen wundervoll gesunden Sohn im Arm halten kann, doch das Herz braucht etwas länger das zu begreifen.

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  14. Vielen Dank für diesen wunderschön geschriebenen Bericht! Ich habe vor gerade einmal 27 Tagen meine Prinzessin per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Ich wollte sie unbedingt auf normalem Wege auf die Welt bringen, doch sie lag in BEL und egal was ich tat, sie drehte sich einfach nicht. Ich war gegen eine äußere Wendung und habe mich trotz drängen des Arztes darauf dagegen gewehrt - und bin im nach hinein sehr froh darüber, denn sie hatte sich mit den Füßen im Becken abgestoßen bzw verkeilt. Nach dem sie draußen war, sah man das sie so lag. Die ersten Tage waren wirklich schlimm aber ich bin nach 8 Stunden aufgestanden und ein ganzes Stück mit viel Hilfe gelaufen und jeden ag dann ein Stück mehr. Obwohl ich mich gerne an meinen Kaiserschnitt zurück erinnere möchte ich keinen mehr haben. Ich wünsche mir eine normale Geburt erleben zu dürfen und hoffe solche Schmerzen nicht wieder spüren zu müssen. Außerdem wäre ich die ersten Tage ohne die Hilfe meines Mannes aufgeschmissen gewesen, ich hätte mich gerne auch selber gekümmert, aber die ersten 3 Tage war das nicht möglich weil jedes aufstehen eine Qual war und auch jetzt noch nicht immer schmerzfrei funktioniert.

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  15. Danke Kiki für Deine Zeilen!
    Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass man es als Mama eh niemandem Recht machen kann...

    Egal ob frau ihr Kind vaginal oder per Kaiserschnitt bekommt...
    Egal ob frau stillt oder Fläschchen gibt....
    Egal ob frau ein Familienbett bevorzugt oder nicht.....
    Egal ob frau gleich oder später oder vielleicht erst noch später wieder arbeiten geht....

    Und traurig bin ich dann darüber, dass es diese Diskussionen eigentlich hauptsächlich unter Frauen und Mamas gibt, oder? Wir machen uns das Leben zu oft gegenseitig schwerer als nötig....

    Alles Liebe,
    Tanja

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  16. Mein erstes Kind war ein Not-Kaiserschnitt in Vollnarkose - ärztegemacht durch viel zu viele unsinnige Interventionen. Dieser Artikel treibt mir noch heute, drei Jahre später die Tränen in die Augen. Selbst die heilsame außerklinische Spontangeburt beim zweiten Kind kann diese Trauer nicht mindern. Das Entsetzen und die Traurigkeit werden ein Leben lang bleiben.
    Gegen medizinisch notwendige Kaiserschnitte ist wirklich nichts einzuwenden - ich bin dankbar, dass es sie gibt! Aber was das Gesundheitssystem und das Personal in den Kliniken zum Teil anrichtet ist schlicht Körperverletzung. Physisch und psychisch.

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  17. Hi ich bin werdende Zwillingsmama und habe große Angst vor einem Kaiserschnitt. Alle sind der festen Meinung nur weil ich Zwillinge bekomme muss ich mich einem Kaiserschnitt unterziehen und keiner fragt danach wie ich mich fühle :(
    Vorallem weiß ich das ich wegen meiner Medikamente eine Vollnarkose bekommen werde und einfach keine Wahl habe.
    Ich habe so Angst keine Bindung zu meinen Kindern aufzubauen und weiß garnicht damit umzugehen

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    1. Hallo,
      Ich empfinde die Aussage der Ärzte generell als totalen Quatsch, nur wegen einer Zwillingsgeburt einen KS zu machen. Ich kenne inzw.viele Mamas mit Zwillis und Spontangeburt. Wenn du dir eine Spontangeburt wünschst, versuch es und höre-egal ob Geburt,Erziehung oder sonst was auf dein Herz!
      Lass die Leute reden,.. wer schlecht über dich reden möchte, macht es sowieso- "wer einen Hund prügeln möchte, findet einen Stock!"
      Ich hatte 3 wunderschöne Spontangeburten, wobei 2 Sturzgeburten dabei waren. Ich brauchte recht lange nach meiner ersten Sturzgeburt dieses psychisch zu verarbeiten. Habe aber aller höchsten Respekt vor JEDER Kaiserschnitt-Mama.
      Alleine durch deine Angst keine Bindung aufbauen zu können, kannst du dir fast sicher sein, dass diese Angst ungerechtfertigt ist. Du hast schon eine Bindung zu deinen Babys, sonst würdest du nicht diese Angst verspüren und dir darüber Gedanken machen. Ich wünsche euch noch alles Liebe und Gute für eure gemeinsame Zukunft!

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    2. Du hast doch eine Bindung zu deinen Kindern ...du weißt wer wo ist, was wer für Macken hat, wer sich wann wie verhält. freu dich auf deine zwei süßen Engel denen du bald ins Gesicht sehen kannst und die nur eins wollen von deiner liebe überschüttet werden ....Sie wissen nicht wie sie noch zur Welt hätten kommen können Sie brauchen nur deine bedingungslose liebe und dann seit ihr für immer verbunden und habt eine der stärksten Bindungen der Welt die einer Mutter zu ihrem Kind! !!

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  18. 4 Geburten - 2 davon "normal" versucht - beides wurde mit Saugglocke und Dammschnitt höchsten Grades beendet. Danach 2 mal "geplante" Kaiserschnitte. Einmal wurde dabei die Anästhesie falsch gesetzt und und und Jede Geburt hat bei mir eine andere Art von Trauma hinterlassen. Aber ich stellte mir nie die Frage wie SOLLTE FRAU entbinden. Für mich War nur noch die Frage: Kommen wir beide - Mutter und Kind ohne bleibende Schäden davon? Und ja wir haben den schwierigen Weg ins Leben als unsere erste gemeinsame Aufgabe gemeistert. Nicht schön, aber erkämpft. Und da braucht sich keine Frau meiner Meinung nach Einen Kopf darum zu machen WIE sie entbindet oder entbunden hat. Die Geburt ist Teil jeder Lebensgeschichte. .. Die eine läuft einfacher, die andere schwer. Aber beeinflussen kann das sowieso niemand.

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  19. Auch ich habe im November 2015 meinen Sohn per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht, da nach 22 h Wehen mein Muttermund nur 2 cm geöffnet war und die Herztöne meines Sohnes schlechter geworden sind. Aufgrund meiner beiden lieben Hebammen, eines einfühlsamen Anästhesisten-Teams, nicht zu vergessen die beiden ganz lieben Ärzte und natürlich mein Mann, wurde es der schönste Tag meines Lebens. Ich habe mich nie als Versagerin gefühlt oder den Gedanken gehabt was verpasst zu haben, weil ich meinen Sohn nicht auf "natürlichem Wege" auf die Welt bringen konnte. Ganz im Gegenteil. Ich bin stolz auf mich und liebe meinen Sohn über alles �� Ich wünsche allen Frauen, denen ein Kaiserschnitt bevor steht, ein ebenso einfühlsames OP-Team, damit es auch für diese, der schönste Tag ihres Lebens wird ☺

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  20. Ein schöner Artikel! Ich erzähle gern, das ich eine Kaiserschnitt-Mama bin! Meine Tochte war eine Steißlage und hatte einen Knoten in der Nabelschnur!!!

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  21. Vielen Dank für diesen treffenden Artikel! Bei mir war der Plan auch ein völlig anderer (außerklinische Geburt), aber der Ks hat unserm Kind 5 Wochen vor ET das Leben gerettet. Aber bis der Gedanke im Herz angekommen ist, hat es fast ein Jahr gedauert. Und ich sage immer noch "er wurde entbunden" (und ich hatte dabei den passivsten Part).

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  22. Sehr schöner Text. Meine Zwillinge mussten 2 Monate zu früh per Notkaiserschnitt geholt werden. Natürlich hatte ich mir eine natürliche Geburt gewünscht. Aber das war leider nicht möglich. Traurig war ich nur, dass mein Mann nicht dabei sein konnte, da alles viel zu schnell gehen musste. Er hat erst nach der Not-OP davon erfahren.

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  23. Liebe Kiki, ich kann Dich total verstehen -auch wenn ich keine Kaiserschnitt - Mama bin. Auf welchem Wege auch immer unsere Kinder geboren werden - EGAL! Ich finde wir sollten dankbar sein für unsere Kinder und endlich aufhören, uns kaputt zu machen, ob es nun der eine oder andere Weg war. Wichtig ist nur das Ergebnis und nicht der Weg dahin. Es geht schließlich nicht um die Führerschein-Prüfung im ersten Anlauf! Und es liegt ja nicht immer in unserer Hand, ob wir spontan oder als Kaiserschnitt gebären. Keine Geburt ist ein Spaziergang. Und erst danach - also in den ersten ein bis zwei Jahren zeigt sich, wie es mit den Qualitäten einer Frau als Mutter aussieht!!!! LG Anne Heitkämper

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  24. Danke. Mein kleiner drehte sich in der letzten Woche vor ET wieder in BEL, dies erfuhren wir erst im Krankenhaus beim US, nach 12 Stunden "Leichten" Wehen zu hause. Erstes Kind, BEL, natürliche Geburt... Es wurde ein Kaiserschnitt gemacht. Ich hatte lange Probleme mit der Narbe. Ich denke egal wie, wir haben unsere größten Schätze zur Welt gebracht und sind dadurch alle gewachsen!

    Danke für den Artikel!

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  25. Ich hab mein Kind normal zur Welt gebracht, na und ??? Ich hatte schmerzen ohne ende danach und war doch insgeheim froh das ich keinen Kaiserschnitt haben musste. JEDE FRAU HAT NACH DER GEBURT MIT SCHMERZEN ZU KÄMPFEN!!! Für keine Frau ist eine Geburt und deren Folgen ein Spaziergang, es tut einfach immer irgendwas weh . Ob nun die Mumu oder die Narbe. Man braucht sich doch keine Gedanken machen das das Kind durch einen ks einen weniger liebt...Ich wart 9 Monate die Hauptperson die er mitbekommen hat, er kennt besser euer innerstes wie ihr, euer Herz liebt den kleinen schatz so sehr wie kein anderes Wesen davor also macht euch nicht verrückt. ..Narben haben alle Frauen, schmerzen haben alle Frauen und ganz viel Liebe zu ihren Kindern sollten alle Frauen haben. ..euer Kind liebt euch egal wie es zur Welt kam ohne Bedingungen (es kennt doch nur euch und kann nicht vergleichen;) also spart euch vergleichen mitanderen, das Kind macht es auch nicht und später ist das so Wunscht) und eure Männer sind nur froh wenn es Mama und Kind nach einer Geburt gut geht, den einen oder beide verlieren tut mehr weh als bei einem ks nicht dabei gekonnt zu sein!!!!
    Wir sind alle Kämpfer...liebt einfach eure Kinder und seit stolz sie im arm halten zu können

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  26. Das spricht mir aus der Seele. Hatte 2013 einen Notkaiserschnitt in der 30. Woche. Mit nachfolgenden Problemen, während die kleine auf der Intensivstation lag. Nach einer 2. schweren OP wurde sie am ET ein Sternchen. Beim 2. Kind wollte ich kaiserschnitt, der vorgezogen wurde auf 36+. Ich wurde mit einem evtl. Notkaiserschnitt konfrontiert wegen blutverdünnender Medikamente. Aber man könnte am nächsten Tag einen normalen Ks machen. Diesmal kam unsere kleine aufs Zimmer und konnte bei mir bleiben. Mir ging es trotz Drainage besser als nach der Not-OP. Ich konnte nach ziehen der Drainage das Kind selbst versorgen. Jetzt im Juli werde ich den 3. Kaisrschnitt haben. Wenn ihn wieder meine Ärztin selbst macht, gibt es eine gute Heilung. Wegen möglicher Probleme und vorallem zum Wohl des Kindes entschied ich mich beim 2. mal für den KS. Ich stehe zu dieser Entscheidung und muss sagen, dass es große Unterschiede zwischen ks und ks gibt. Im nachhinein würde ich mich wieder so entscheiden, obwohl ich gerne mal spontan entbunden hätte, weil mir mein Mäuschen das wichtigste auf der Welt ist. Danke für den tollen Artikel. Er spiegelt meine Gedanken zu diesem Thema wieder.

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  27. Klasse geschrieben! Danke!
    Ich hatte dreimal einen Kaiserschnitt und das auch nicht freiwillig. Als meine drei Kinder Jahrgang 83/85/88 das Licht der Welt erblickten, konnte man sich das noch nicht aussuchen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, viele haben damals zu mir gesagt:" Hey, du hattest es ja gut mit deiner Vollnarkose."Meine Antwort war dann immer." Ja, ich hatte es gut, hab tief und fest geschlafen, meine Kinder erst Stunden später gesehen,war in den ersten Tagen auf Hilfe anderer angewiesen wenn ich mein Kind in den Arm halten wollte und ..... Ja,aber ich hatte es Gut!" Die ersten zwei Kaiserschnitte, lag man noch drei Tage am Tropf und hatte auch 3 Tage diesen Blasenkatheder und man bekam in dieser Zeit auch nichts zu Essen. Bei dem letzten Kaiserschnitt 1988, war es dann nur einen Tag und mein Mann konnte sich damals aussuchen ob er mit in den OP möchte oder im Anschluss sofort unser Kind in Empfang nehmen möchte. Wir haben uns damals für das letztere entschieden.Ich weiß noch wie traurig ich war, dass ich nicht so aufstehen konnte, mit meinem Baby auf dem Flur entlanglaufen konnte wie die Mamis die eine ganz normale Geburt hatten.Aber, ich hatte es ja Gut und laut Aussage der anderen Mütter keine Schmerzen bei der Geburt.
    Das ist jetzt alles so lange her, die Medizin Gott sei Dank weiter. Doch der Kaiserschnitt ist und bleibt eine Operation. Ich habe es bei meiner Tochter vor zwei Jahren gesehen als Sie unsere Zwillinge zur Welt gebracht hat, ein Baby lag quer und deshalb den Kaiserschnitt.

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  28. Auch ich bin eine Zweifach-Kaiserschnitt-Mama. Der Text ist schön geschrieben. Danke. Bei meinen Entbindungen, war es von vornherein so geplant, weil ich zu klein und die Kinder normal groß,und etwas schwer waren. Wenn ich hätte dürfen, wären auch noch mehr Kinder geplant gewesen, doch die Ärzte hielten es für besser nach dem 2.Kind keines mehr zu planen. Da meine Bauchdecke dies nicht mehr mitmachen könnte. So bin ich kurz danach sterilisiert worden. Bei normal großen Müttern ist dies kein Thema. Ich selbst kenne eine Frau, die 4 Kaiserschnitte hatte bei 6 Schwangerschaften. Diese Kinder waren alle sehr groß und sehr schwer. Die wo sie normal bekam waren kleiner und leichter.

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  29. Danke! Der Text ist toll und spricht mir aus der Seele! Mein Sohn kam, auf Grund der Blutung eines Aneurysmas in meinem Kopf als ich im 4. Monat schwanger war, auch per KS. Ich wusste seitdem, dass es ein KS wird und habe die volle Zeit gebraucht, um mich damit abzufinden. Mein Schatz sollte nicht ohne Mutter aufwachsen, was durch eine normale Geburt und das Risiko erneut eine Hirnblutung zu haben gegeben wäre. Entsprechend gab es an sich keine Diskussion ob KS oder nicht... Und dennoch. Ich habe jeden Tag mindestens einmal drüber nachgedacht. Ich wollte gern eine Spontangeburt.
    Jetzt sehe ich das anders, denn zum einen hat es mich gerettet. Zum Anderen war es gar nicht so schlimm, wie alle (Familie und Freunde) vorhersagten. Im Gegenteil, mein Sonnenschein hat den Tag selbst bestimmt und meine Bindung zu ihm ist nicht anders als ohne KS. Beim 2. Kind wird es wohl wieder einer.

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  30. sehr guter Artikel! Wenn es nicht der Kaiserschnitt gewesen wäre, hätten wir unseren
    altesten Sohn nicht.... aber Achtung inneren Narben und Verwachsungen können sehr zu schaffen machen.... nach einem halben Jahr sollte man mit Massage anfangen um Verhärtungen zu vermeiden.. Bei mir ist es zu einem Beckenschiefstand gekommen.

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Vielen Dank für deine Lieben Worte =) Sobald ich das Kommentar freigeschaltet habe ist es für dich - und alle anderen Sichtbar =)

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