Dienstag, 4. November 2014

Trotzphasen

Man sagt im Alter zwischen zwei und vier Jahren kommt es immer wieder vor, dass Kinder mit ihrer Wut im Bauch nicht klarkommen. Trotzphase nennt man das und dieses Verhalten kann elterliche Nerven kosten. Genauso gut könnte man vom Kinderstandpunkt aus sagen, dass Eltern trotzen - die Großen wollen einfach nicht so, wie die Kleinen wollen.
Manchmal ist ein solcher Trotzanfall aber auch einfach ein Austesten der eigenen Grenze. Natürlich muss das an der Supermarktkasse sein, an der natürlich die Süßigkeiten in Kinderhöhe platziert sin. Beispielsituation: Ein drei Jahre altes Kind. Die Süßigkeiten haben es ihm angetan und das Nein seiner Mutter bringt ihn dazu, sich schreiend auf den Boden zu werfen und zu toben. So lange, bis Mama nachgibt, weil ihr die Situation einfach zu peinlich ist. Kaum ein Elternteil, der so etwas nicht kennt. Die Leute bleiben stehen, beobachten einen und halten manchmal auch mit weisen Kommentaren nicht hinter dem Berg. Was es einem noch schwerer macht, ruhig und vor allem konsequent zu bleiben. Doch das ist das A und O. Wer in einer solchen Situation dem schreienden Kind nachgibt, fördert die Wutanfälle und wird in kürzester Zeit wieder vor dem gleichen Problem stehen.
Klare Regeln vereinfachen das Miteinander. Allerdings dürfen es nicht zu viele sein, denn sonst fühlt sich das Kind zu stark bevormundet und reagiert gar nicht mehr. Man soll nur wenige, aber dafür für das friedliche Zusammenleben wichtige Verbote aussprechen. Und konsequent bleiben. Gelassenheit und Ruhe sind die beste Reaktion auf Trotz.
Doch an manchen Tagen geht das nicht, da ist man selbst nicht in der Lage, entspannt zu reagieren. Dann ist es am besten, die Situation aufzulösen. Im Supermarkt kann das bedeuten, das tobende Kind schweigend unter den Arm zu nehmen und mit ihm an einen ruhigeren Ort zu gehen, wo es sich in der Regel meist von selbst schnell beruhigt. Zuhause kann man auch mal den Raum verlassen. Allerdings sollte man das dem Kind auch vorher mitteilen. Und ihm sagen, dass es jederzeit zu einem kommen könne, wenn es sich beruhigt hat. Denn vor allem nach einem Wutanfall ist das Bedürfnis nach Zuneigung und Aufmerksamkeit besonders groß.
Bei einem Wutanfall ruhig und gelassen bleiben, auch wenn es schwerfällt. Das beendet ihn am schnellsten und man hat dann, wenn das Kind sich wieder beruhigt hat, die Möglichkeit, mit ihm zu reden. Vermeide dabei aber endlose Vorträge. Formuliere lieber Grenzen klar und deutlich und reduzieren das Wort ‚Nein‘ auf wichtige Dinge, bei denen man dann aber auch konsequent bleibt.
Dem Kind genügend Zeit lassen, sich auf eine Situation einzustellen. Wenn es zum Beispiel spielt und man möchte aber gehen, dann warnt es vor. Am besten sagt man, dass man in zehn Minuten gehen möchtet und fordert es nach fünf Minuten freundlich auf, jetzt zum Schluss zu kommen. Dann aber sollten auch an die Verabredung halten und nicht noch ein weiteres Pläuschchen mit der Nachbarin führen. Denn Regeln sollten für alle Familienmitglieder gelten. So erzieht man durch sein eigenes Vorbild.
Wenn das Kind trotzt und einen in eine peinliche Situation bringt, dann kann das zweifelsohne auch dazu führen, dass man selbst wütend wird. Es ist in Ordnung, wenn das Kind das spürt, allerdings sollte man sich nicht von ihm abwenden, es abwerten oder gar bedrohen. Und auch nicht nachtragend sein. Besser ist es, sich vor Augen zu führen, dass es sich um ein ganz natürliches Verhalten handelt, das zur Entwicklung des Kindes beiträgt und von dem es etwas lernen kann. Es macht jetzt Erfahrungen, die es später im Leben weiterbringen können. Konfliktsituationen gehören zum Leben dazu genauso wie die Tatsache, dass es wichtig ist, zu wissen, wie man seine Gefühle am besten ausdrückt und wie man Kompromisse findet. Ohne sich schreiend auf den Boden zu werfen.
Übrigens habe ich diese kleine Geheimwaffe gefunden. Ich fand es einfach unheimlich süß gemacht :-) Ob es wirklich hilft?!



Quelle: T-online
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